Die Schulform Sekundarschule

Die Sekundarschule ist eine eigenständige Schulform der Sekundarstufe I und umfasst die Jahrgangsstufen 5 – 10. Sie führt zu allen Schulabschlüssen der Sekundarstufe I.

Durch eine verbindliche Kooperation mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg ermöglicht sie den Anschluss an die gymnasiale Oberstufe, an die Bildungsgänge des Berufskollegs sowie in die duale Berufsausbildung. Eltern erhalten so bereits bei der Anmeldung zur Sekundarschule Klarheit darüber, unter welchen Bedingungen und wo ihr Kind später eine Oberstufe besuchen oder das Abitur erwerben kann.

Ein wichtiges Kennzeichen der Sekundarschule ist das längere gemeinsame Lernen. So haben die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit, ihre Potentiale zu entwickeln, bevor Entscheidungen über eine Schullaufbahn getroffen werden.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird das gemeinsame Lernen der Grundschule fortgesetzt. Durch Formen der Binnendifferenzierung sowie durch Förder- und Forderangebote können die Schülerinnen und Schüler Stärken weiter entwickeln und Schwächen abbauen. Damit baut die Sekundarschule einer in vielen Fällen falschen frühzeitigen Zuordnung zu einem bestimmten Bildungsgang vor.

Der Unterricht in der Sekundarschule ist im besonderen Maße der individuellen Förderung verpflichtet. Dazu gehört der reflektierte Einsatz von Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung:

Damit jedes Kind ein Bildungsangebot erhält, das zu seinen Begabungen und Neigungen passt, werden ab der Jahrgangsstufe 6 sogenannte Wahlpflichtfächer eingeführt. Dies sind Französisch als 2. Fremdsprache und Angebote aus den Fachbereichen Naturwissenschaften, Informatik, Arbeitslehre (Technik, Hauswirtschaft, Wirtschaftslehre), Gesellschaftswissenschaften sowie Darstellen und Gestalten.

Ab der 7. Klasse werden diese Neigungsschwerpunkte immer weiter vertieft und ergänzt, so dass jeder Schüler und jede Schülerin sein/ihr Profil entwickeln kann. In diesem Zusammenhang wird auch ab der 8. Klasse noch eine weitere Fremdsprache angeboten.

Um dem unterschiedlichen Leistungsstand und Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen, sind ab der Klasse 7 folgende Organisationsformen möglich:

  • Die kooperative Sekundarschule bildet entweder nach drei schulformbezogenen Bildungsgängen oder nach zwei unterschiedlichen Anforderungsebenen getrennte Klassen.
  • Die integrierte Sekundarschule führt den Unterricht ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schulformen bis Klasse 10 weiter. Die unterschiedlichen Anspruchsebenen werden durch Maßnahmen der Differenzierung beim Unterricht im Klassenverband berücksichtigt.
  • In der teilintegrierten Sekundarschule erfolgt in den Kernfächern wie in der Gesamtschule eine äußere Fachleistungsdifferenzierung durch die Einrichtung von Grund- und Erweiterungskursen. Ein Wechsel zwischen den Kursen ist bei entsprechenden Leistungen jeder Zeit möglich.

Die Entscheidung, welche Form eingerichtet wird, trifft der Schulträger.

Die in der Sekundarschule erreichbaren Abschlüsse richten sich in der Anforderungshöhe nach den geltenden Bildungsstandards und werden auf die gleiche Weise vergeben wie in den übrigen Schulformen, d.h. auf der Basis von Leistungsbewertung mit Ziffernnoten, von Kurs- bzw. Bildungsgangzugehörigkeit und von Ergebnissen zentraler Prüfungen.

An einer Sekundarschule werden grundsätzlich Lehrerinnen und Lehrer aller Lehrerlaufbahnen der Sekundarstufe I eingesetzt. Da Sekundarschulen auch gymnasiale Standards gewährleisten, gehören auch Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung für die gymnasiale Oberstufe zum Kollegium.

Sekundarschulen sind wie alle anderen Schulformen inklusive Schulen, die auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichten. Um eine entsprechende Förderung zu gewährleisten arbeiten Förderschullehrer und -lehrerinnen in Unterricht und Schulleben mit.

Die Sekundarschule ist eine gebundene Ganztagsschule, in der Zeitstrukturen variabel und der Schultag rhythmisiert gestaltet werden mit dem Ziel, Unterrichts- und Freizeitangebote konzeptionell miteinander zu verbinden und Schule dem natürlichen Rhythmus des Kindes anzupassen. Nachmittagsunterricht findet in der Regel an drei Tagen statt. Hausaufgaben entfallen dann.

Dieses gesamte Schulkonzept ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, einen ihrem Leistungsvermögen und Begabungsprofil entsprechenden Abschluss zu erreichen und einen gut vorbereiteten Anschluss in den Oberstufen der kooperierenden Schulen oder in einer beruflichen Ausbildung zu finden.

 
 
Herbert Schiffmann
Wer sich mit seinen Stärken und seinem Entwicklungs-
bedarf ernst genommen fühlt, entwickelt den Mut, sich Herausforderungen zu stellen. Dazu trägt das Konzept der Sekundarschule bei. Herbert Schiffmann | Schulamtsdirektor a. D.    
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