Tun und denken, denken und tun; das ist die Summe aller Weisheit

                                                                                                Johann Wolfgang von Goethe[1]

 

Die Fächer Kunst und Textilgestaltung stellen sich vor

Die Fächer Kunst und Textilgestaltung gehen Hand in Hand, denn Grundlage beider Fachbereiche ist, die Kreativität zu fördern. Im Vordergrund des Unterrichts stehen schülernahe Themen, die in Zeichnung, Malerei, textilen und plastischen Materialien sowie performativ und mit digitalen Medien umgesetzt werden. Das Spektrum reicht von feinen Zeichnungen bis zum experimentellen Arbeiten mit Farben, Formen und Materialien, textilen Techniken oder z. B. zu großen Land-Art-Projekten in der Natur.

Der Fachbereich Kunst und Textilgestaltung vermittelt ein vernetztes Handeln und Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Dabei soll mit Mut experimentiert werden. Gewohnte Dinge dürfen und sollen gegen den Strich gebürstet und dadurch umgedeutet werden.

Es sollen somit in starker Anlehnung an die didaktischen Modelle der „Ästhetischen Forschung“[2]  und die Textildidaktik[3]  von Frau Prof. Kolhoff-Kahl neue ästhetische Muster gebildet werden.[4] Das bedeutet, es sollen durch eine Veränderung, Umgestaltung oder Umdeutung einer Sache neue Anschauungen/Perspektiven, Haltungen sowie Wahrnehmungen entwickelt werden.        

Dadurch lernen die Schülerinnen und Schüler, über den Tellerrand hinauszudenken, ihre bisherige Haltung kritisch zu überdenken und sich für sich und andere (Personen, Kulturen, Traditionen, Gegenstände etc.) zu öffnen. Mit Hilfe dieser nachhaltigen Vorstellungs- und Handlungserweiterung wird eine allgemein offenere Haltung eingenommen und ungewohnte, kreative Denk- und Handlungsmuster werden gewagt.[5]

Mit Ästhetik in der Kunst und Textilgestaltung ist nicht „das Schöne“ gemeint, sondern nach Gregory Bateson die sinnliche Wahrnehmung.[6]

 

Um ästhetische Muster bilden zu können, wird im Textilgestaltungsunterricht der Lerngegenstand aus drei Perspektiven vernetzt untersucht:

 

  1. kulturwissenschaftlich-rationaler Zugang

-> wissenschaftliches Erforschen z. B. mit Hilfe von Archiven, Museen, Bildern etc.

 

       b) alltagsästhetisch-biografischer Zugang

              -> biografische Spurensuche mit Hilfe von Fotos, Tagebüchern, Sammlungen,

                   Kleidungsstücken, Mode-, Wohndesigns etc.

 

       c) künstlerisch-pragmatischer Zugang

           -> Erforschung und Anwendung künstlerischer Strategien, um die gewohnten Muster

                (Wahrnehmungen) zu verschieben und zu transformieren.[7]

 

Warum Kunst und Textilgestaltung?

Warum sind diese Fächer so wichtig für die Entwicklung für uns Menschen?

 

Künstlerische und kreative Problemlösungsstrategien fördern die Kompetenzen der SchülerInnen.

Im Zentrum der Fächer steht die Förderung der Ich-Bildung und der Identitätsentwicklung. Kunst und Textilgestaltung fordern ein Nachdenken über sich selbst und die Welt und fördern so die Reflexionsfähigkeit.

Kunst und Textilgestaltung helfen somit, Themen und persönliche Erlebnisse zu verarbeiten und damit auf ungeahnte, neue Weise umzugehen.

 

Die Freude und der Spaß an kreativem Erforschen, Handeln und Denken im Hinblick auf persönliche ästhetische Musterbildungsprozesse bilden den Rahmen des Kunst- und Textilgestaltungsunterrichts. Sinnliches Erleben und experimentelles Handeln sowie das kreativ-konzeptionelle Denken und Handeln stehen im Vordergrund.

Gleichzeitig öffnen die Fächer Kunst und Textilgestaltung Tore zu den kreativen Berufsfeldern wie z.B. MaskenbildnerIn, ModedesignerIn, MediengestalterIn in Bild und Ton, DesignerIn, schlichtweg LebenskünstlerIn.

 

Exkursionen und Projektwochen:

In Klasse 7 und 10 werden Exkursionen in die Museen in Köln und Wuppertal unternommen. Während der Projektwochen werden mehrere künstlerische Projekte angeboten.

Die AG-Angebote im Nachmittagsunterricht bieten wechselnde kreative und gestalterische Angebote.

 

Methodische Vorgehensweise:

Der Lerngegenstand wird mit Hilfe eines offenen Unterrichts in den Horizont der SchülerInnen gerückt. Dabei bilden beispielsweise die methodischen Grundprinzipien des Werkstattunterrichts den Rahmen des gestalterischen Vorhabens: Die Lernenden werden anhand des Materialangebots und des richtungsweisenden, dennoch nicht einschränkenden Arbeitsauftrags dazu befähigt, ihren Lernzuwachs durch ein entdeckendes, problemlösendes, handlungsorientiertes und selbstständiges Verfahren zu gewinnen.      

Die vorbereitete Lernumgebung, die nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden differenziert ist und einen aktivierenden Aufforderungscharakter in sich birgt, und der Gestaltungsauftrag bieten den SchülerInnen die Möglichkeit, ihren Bedürfnissen entsprechend, selbstständig, eigenverantwortlich und individuell den Lerngegenstand kreativ zu gestalten.

 

Literatur:

 

 

[1] Kohrs 1998, S. 39

[2] Kämpf-Jansen 2000

[3] Kolhoff Kahl 2005

[4] Kolhoff Kahl 2009

[5] Vgl. Kollhoff-Kahl 2005, S. 8 f.

[6] Vgl. Kolhoff Kahl 2005, S. 8 f.

[7] Kolhoff-Kahl 2009

PIWIK-ID ist nicht konfiguriert!